EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG
DIHK Nachfolgereport 2011
Berlin, 13.10.2011 Mit dem DIHK-REPORT ZUR UNTERNEHMENSNACHFOLGE 2011 legt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag die Einschätzung der IHK-Organisation zur Nachfolgesituation im deutschen Mittelstand vor. Grundlage für die DIHK-Aussagen sind Erfahrungsberichte der IHK Beraterfür Unternehmensnachfolge der 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) sowie eine statistische Auswertung des IHK-Service zur Unternehmensnachfolge. Insgesamt fußt der DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2011 auf über 21.500 Kontakten von IHK-Experten mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern, die an der Übernahme eines Unternehmens interessiert sind.
Schlaglichter:
- „Fachkraft Chef“ gesucht! – Nachfolger unterschätzen Anforderungen.
Die IHKs berichten, dass fast jeder dritte Nachfolger nur unzureichend qualifiziert ist und fast jeder zweite die Anforderungen der Unternehmensübernahme unterschätzt - besorgniserregend, da sich
dieser Trend seit Jahren verstärkt. Dies schlägt sich auch in den Chancen nieder, ein passendes Unternehmen zu finden. Mehr als 45 Prozent der nachfolgeinteressierten Existenzgründer finden kein passendes Unternehmen, 37 Prozent der Senior-Unternehmer keinen passenden Nachfolger. Allein 2010 wurden infolgedessen rund 1800 Unternehmen mit insgesamt mehr als 23.000 Arbeitsplätzen aufgegeben. - Finanzierung bleibt Hemmnis Nummer 1 für Nachfolger.
Auch in 2010 beobachteten die IHKs bei 59 Prozent der nachfolgeinteressierten Existenzgründer Finanzierungsprobleme. Eine Unternehmensnachfolge ist in der Regel eine Transaktion mit großem Fremdfinanzierungsanteil und hoher Komplexität. Sie birgt Risiken sowohl für den Nachfolger als auch für die Finanzierungspartner. Auch wenn sich die allgemeine Finanzierungssituation leicht verbessert hat, mehren sich aktuell die Vorboten künftiger Regulierungen wie durch Basel III. Kreditinstitute und Finanzierungspartner sind aufgerufen, bei der Unternehmensnachfolge die Perspektiven des Betriebs stärker zu berücksichtigen. - Familieninterne Übergabe bevorzugt – Wunsch und Realität deutlich auseinander.
Fast jeder zweite Unternehmer möchte seinen Betrieb gerne an einen Nachfolger aus der Familie übergeben. Doch wie die Realität zeigt, ist dies nur bei etwas mehr als jedem dritten Unternehmen
der Fall. Daher muss der Senior-Unternehmer auch Alternativen wie z. B. den Verkauf an einen qualifizierten Mitarbeiter oder an einen externen Existenzgründer in Betracht ziehen. - Preisvorstellungen weiter auseinander als im Vorjahr.
Der konjunkturelle Aufschwung führte bei vielen Betrieben zu einer Erholung der Unternehmenswerte. Viele Senior-Unternehmer reagierten hierauf und stehen dem Verkauf des Unternehmens insgesamt etwas positiver gegenüber (23 Prozent). Mehr als 41 Prozent der Senior-Unternehmer gehen mit zu hohen Vorstellungen des Unternehmenswertes in die Nachfolgeverhandlungen – fünf
Prozent mehr als im Vorjahr. Beide Parteien sollten sich daher im Vorfeld ein genaues und realistisches Bild vom Unternehmenswert machen. - Notfallkoffer: Wichtig, aber kaum vorhanden.
Nur etwas mehr als jeder vierte Unternehmer hat die im Notfall (z.B. schwerer Unfall oder Todesfall) zur Fortführung des Betriebes wichtigsten Unterlagen für Vertrauenspersonen griffbereit zusammengestellt. Zu diesen gehören: Vollmachten, Vertretungsplan, Informationen zu Kunden- und Lieferantenstrukturen und eine Dokumentenmappe mit Bankverbindungen, Passwörtern sowie ein Testament. Ist dies nicht vorhanden, kann das für das Unternehmen ernsthafte Konsequenzen bis hin zur Schließung haben.
Weitere Details entnehmen Sie bitte der ausführlichen Broschüre.

