Im Verbund mit zahlreichen namhaften Unternehmen, Schulen, der Hochschule Pforzheim und der Berufsakademie Horb sowie den Wirtschaftsjunioren sollen Kinder und junge Menschen, vor allem auch mehr Mädchen, für Technik begeistert werden.
Pforzheim, 23.12.2011. Technische Berufe stoßen bei jungen Menschen immer weniger auf Interesse. Die Wirtschaft beklagt zunehmend den Mangel an technischen Fachkräften sowie an ingenieur- und naturwissenschaftlich ausgebildeten Hochschulabsolventen. Auch Frauen in technischen Berufen sind in Deutschland im EU-Vergleich unterrepräsentiert.
Schon bei Kindern und Jugendlichen stellen wir eine Technikmüdigkeit fest. Und dies, obwohl Kinder und Jugendliche virtuose Konsumenten von Technik in Alltag und Freizeit sind. Das tiefer gehende Verständnis für technische Zusammenhänge und Hintergründe ist bei ihnen immer weniger vorhanden. Technische Bildung findet in den Schulen nur wahlweise oder rudimentär statt.
Der zunehmende Stellenwert der Technik wird in unserer Gesellschaft nicht ausreichend wahrgenommen. Technik als Motor des Fortschritts und Wohlstands wird unterschätzt. Die Folge: das Interesse für technische Berufe und Studiengänge sinkt. Obwohl der Ingenieur hervorragende Perspektiven hat, entscheiden sich immer weniger Studienanfänger für ein technisches Studium.
Die Ursachen für diesen Trend sind vielfältig. Im Kern liegen sie bei der Bildung und Erziehung von Kindern. Bereits im Kindergarten und in der Grundschule müssen die Weichen gestellt werden. Das Ziel muss sein, Kinder spielerisch und altersgerecht an technische Fragestellungen heranzuführen.
Die IHK Nordschwarzwald wird daher Ende April 2005 unter dem Motto „Faszination Technik" den Startschuss für eine regionsweite Zukunftsoffensive für junge Menschen geben.
Mit der Technikoffensive hat sich die IHK eine Fülle von Maßnahmen auf die Agenda gesetzt. Sie konzentriert sich zusammen mit den beteiligten Akteuren dabei auf drei Stoßrichtungen: Durchsetzung der Forderungen bei Politik und Gesellschaft, Förderung vorhandener regionaler Aktivitäten und Durchführung neuer notwendiger Initiativen und Maßnahmen.
Eine Aufgabe der Offensive ist es auch, Transparenz über bereits laufende Aktivitäten zu schaffen. Darüber hinaus werden durch neue Ansätze und Ideen vorhandene Lücken geschlossen und Defizite beseitigt.
Die Maßnahmen sind im Einzelnen:
Das Netzwerk zwischen Schule und Wirtschaft enger knüpfen!
Schülerinnen und Schüler sollen in den Betrieben den Einsatz von Technik kennen lernen. Umgekehrt werden Vorbilder und Berufspraktiker aus den Betrieben in die Schulen gehen und den technischen Unterricht mitgestalten bzw. den Schüler/innen das Thema Wirtschaft und Technik näher bringen. Hierzu wird die IHK ihr schon bestehendes Modell „Unternehmer in die Schulen" verstärkt einbringen.
Technikunterricht an allgemeinbildenden Schulen als Pflichtfach!
Die Möglichkeiten, die die Bildungspläne für technische Disziplinen zulassen, müssen stärker ausgeschöpft werden. Ebenso müssen projektbezogene und fächerübergreifende Methoden in den Schulen angewandt werden.
Kinder bereits im Kindergarten und in der Grundschule für Technik begeistern!
Kinder sollen möglichst früh und altersgerecht mit der Technik in Berührung gebracht werden. Die Lehrerinnen und Lehrer, insbesondere der Grundschulen, müssen stärker für Technik motiviert, interessiert und weitergebildet werden.
Jungen Menschen auch außerschulisch den Zugang zur Technik ermöglichen!
Es sollen in Zusammenarbeit zwischen Schulen, der Wirtschaft und Kommunen Orte geschaffen werden, an denen Jugendliche Technik erleben und anwenden können. Freizeitaktivitäten von Jugendlichen sollen mit Technik verknüpft werden.
Talente und Begabungen für Technik bei Schülern/innen gezielt fördern!
Über Technik-Projekte, wie im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht", soll eine engere Verknüpfung zwischen Schule, Hochschule und Unternehmen geschaffen werden. Besondere technische Leistungen von Schüler/innen werden dabei öffentlich ausgezeichnet.
Alle Kräfte im Projekt „Faszination Technik" bündeln!
In die Offensive sollen sämtliche in Frage kommende Akteure in der Region eingebunden und die einzelnen Maßnahmen miteinander abgestimmt werden. Vor allem müssen gemeinsam möglichst viele neue Aktionen erfunden werden, um alle vorhandenen Potenziale zu nutzen.
Übergang von Schule zur Hochschule und in den Beruf verbessern!
Die IHK wird Unternehmen ansprechen, um gemeinsam qualifizierte Berufspraktika und frühzeitige, praxisnahe Berufsberatung anbieten zu können. Es soll mehr Transparenz bei den technischen Berufs-, Bildungs- und Studienmöglichkeiten geschaffen werden. Durch projektbezogenen Unterricht kann eine Verknüpfung zwischen Lernorten Schule, Betrieb und Hochschule hergestellt werden.
Die Bildungspolitik mit ins Boot nehmen!
Auch die Bildungspolitik kann nicht aus ihrer Verantwortung entlassen werden. Die Rahmenbedingungen in den Schulen und in der Lehreraus- und -weiterbildung müssen dringend verbessert werden. Die technische Bildung muss als gesellschaftliches Politikfeld erkannt und offensiv von den Verantwortlichen vertreten werden. Nur so können die Rahmenbedingungen in den Schulen und in der Lehrerbildung verbessert werden.
Junge Menschen für Technik begeistern!
Die IHK wird zusammen mit den regionalen Partnern unterschiedliche Plattformen schaffen, an denen Kinder und Jugendliche Technik erleben können. Dabei sollen technische Talente und Begabungen bei Kindern und jungen Menschen geweckt, erkannt und gefördert werden.
Die IHK Nordschwarzwald wird mit der Zukunftsoffensive „Faszination Technik" dem Trend der Technikmüdigkeit in unserer Region entgegenwirken und fordert die Unternehmen und alle interessierten Akteure auf, in einem regionalen Initiativkreis „Faszination Technik" an der Offensive mitzuwirken.
Aktivitäten-Übersichten:
Zusammenfassung von 2005 – 2006
05/2007 - OBE Ohnmacht und Baumgärtner GmbH & Co. KG
01/2008 - Hochschule Pforzheim
04/2008 - Besichtigung des BA-Gebäudes, Horb
05/2008 - Schneeberger GmbH
06/2008 - Schroff GmbH
11/2008 - Gebr. Schmid
03/2011 - GEBR. SAACKE GMBH & Co. KG
04/2011 - Boysen
05/2011 - riese electronic gmbh
03/2012 - Witzenmann