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VERSICHERUNGSRECHT

10 Jahre Riester-Rente: Und sie lohnt sich doch!

Für die Allermeisten rechnet sich die Riester-Rente so gut wie keine andere Vorsorge. Dazu hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) heute Berechnungen für typische Muster-Biografien vorgelegt. Diese belegen, dass für Geringverdiener und Familien die Riester-Rente eine besonders rentable Altersvorsorge ist. Aber auch für durchschnittlich verdienende Singles bietet die Riester-Rente eine interessante Altersvorsorge.

Berlin, 06.12.2011. In den GDV-Berechnungen wurde analog zu den Rechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus der letzten Woche das zu erreichende Lebensalter betrachtet, ab dem ein Altersvorsorgesparer durch die laufende Rentenzahlung ab 67 Jahren seine eingezahlten Eigenbeiträge „wieder raus hat“: Im Unterschied zum DIW hat der GDV jedoch auch die für eine individuelle Entscheidung wichtige rentabilitätssteigernde Wirkung der Riester-Zulagen mit berücksichtigt. Unterstellt wurde ein mittleres Marktangebot einschließlich Überschussbeteiligung und Kosten.

Normal-
verdiener

Familie mit
zwei Kindern

Allein-
erziehende
mit einem Kind

Alter

Mann,35 Jahre

Frau, 36 Jahre

Frau, 30 Jahre

Einkommen

30.000 € p.a.

45.000 €* p.a.

18.000 € p.a.

Break-even

Eigenbeitrag

74 Jahre

73 Jahre

71 Jahre

Break-even

Eigenbeitrag
plus Zulagen

75 Jahre

75 Jahre

74 Jahre

Rentabilität

 

 

 

mit 85 Jahren

3,72 Prozent

4,42 Prozent

5,87 Prozent

mit 90 Jahren

4,33 Prozent

5,02 Prozent

6,33 Prozent

*Einkommen des Ehegatten bleibt unberücksichtigt

Die oben genannten Beispielrechnungen für typische Lebenskonstellationen zeigen, dass man – entgegen der in der letzten Woche vorgebrachten Kritik – keineswegs „steinalt“ werden muss, damit sich die Riester-Rente lohnt. Wird weiter berücksichtigt, dass die Lebenserwartung derzeit von Generation zu Generation um drei bis sechs Jahre steigt, wird die hohe Rentabilität der Produkte deutlich. So werden in der Realität die hier betrachteten Menschen ihre Rente je nach Geschlecht im Mittel etwa bis zum 88. oder 93. Lebensjahr ausgezahlt bekommen. In den Lebensjahren nach dem hier errechneten „Break-even-Punkt“ wird die Rente allein aus den Zinsen und den vom Staat gewährten Zulagen finanziert. Die detaillierten Berechnungen sind auf den im Anhang beigefügten Charts erläutert und grafisch illustriert. Dabei wurde über die Methodik des DIW hinaus auch ein Beispiel mit zusätzlichem Sonderausgabenabzug und anschließender Rentenbesteuerung gerechnet.

Richtig ist, dass die Lebensversicherer vorsichtigere Annahmen zur Lebenserwartung treffen müssen als z. B. das Statistische Bundesamt. Während Lebensversicherer im Interesse ihrer Kunden gesetzlich dazu verpflichtet sind, vorsichtig zu kalkulieren, weil sie Garantieversprechen über viele Jahrzehnte geben, aktualisiert das statistische Bundesamt regelmäßig seine Daten. Letztlich geht es in der privaten Altersvorsorge darum, dass die Versicherer für ihre Versicherten, die nachweislich immer länger leben, ausreichend Geld zurücklegen, um die zugesagten Leistungen für jeden Rentner auch tatsächlich lebenslang auszahlen zu können.

Anerkannte Demografieforscher wie James W. Vaupel vom Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock gehen davon aus, dass sich der starke Anstieg der Lebenserwartung unverändert fortsetzen wird. Der Anteil der sehr alten Menschen nimmt dabei besonders stark zu: Die Zahl der Menschen, die ihren hundertsten Geburtstag feiern können, verdoppelt sich alle zehn Jahre. Nach den Erkenntnissen der Lebensversicherer werden 81 Prozent der heute 40-jährigen rentenversicherten Frauen (67 Prozent der 40-jährigen Männer) das 85. Lebensjahr erreichen.

Viele Menschen gehen dagegen heute subjektiv von zu niedrigen Lebenserwartungen aus, weil sie sich an der von ihnen erlebten Lebensdauer der Eltern- oder Großelterngeneration orientieren. Unberücksichtigt bei dieser „Bauchmethode“ bleibt der kontinuierliche Anstieg der Lebenserwartung. Sie steigt jedes Jahr um zwei bis drei Monate. Wer die „Methode Sparstrumpf“ oder Tagesgeldkonto der Rentenversicherung vorzieht, läuft deshalb sehr große Gefahr, das angesparte Kapital vorzeitig zu verbrauchen und im hohen Alter ohne zusätzliches Einkommen da zu stehen.

Rund 15 Millionen Bürger haben sich in den vergangenen zehn Jahren für einen Riester-Vertrag entschieden. Sie haben damit Konsumverzicht beschlossen, um eigenverantwortlich für ihr Alter vorzusorgen. Dass die Bürger nun 10 Jahre nach der Riester-Reform mit einer zum Teil auch politisch motivierten Anti-Riester-Kampagne erkennbar verunsichert werden, konterkariert alle Bemühungen von Staat und Anbietern, die Verbreitung der Riester-Rente weiter zu erhöhen.

Tatsächlich gibt es keine Vorsorgeform, die sich für die allermeisten Bürger, insbesondere Geringverdiener und Familien, so gut rechnet und ein so hohes Maß an Sicherheit für eine lebenslange Versorgung bietet wie die Riester-Rente.

Quelle: GDV Pressedienst der Versicherungswirtschaft, Berlin
Ansprechpartnerin: Simone Schuchert
s.schuchert@gdv.de

DOKUMENT-NR. 95401

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