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STADTENTWICKLUNG
Zukunft Stadt - cleaner, smarter, greener
Berlin 21.10.2010 / 08.06.2011. Seit 2008 leben weltweit mehr Menschen in Städten als auf dem Land. In Deutschland erfahren die Stadtregionen seit 2007 einen Bevölkerungszuwachs von insgesamt 5%. Dabei steht die Stadt der Zukunft vor großen Herausforderungen: Sie muss als Standort für Dienstleistungen, Gewerbe, Handel und Industrie ebenso attraktiv sein wie als Wohnort. Sie muss ein kulturelles Angebot bereitstellen und als Verwaltungssitz für das Infrastrukturangebot sorgen. Dazu gehören eine attraktive technische und soziale Infrastruktur für Verkehr, Schulen, Ausbildungsstätten, Hochschulen sowie eine zukunftsfähige Energie- und Wasserversorgung und die notwendige digitale Vernetzung - und das bei zunehmender Finanzknappheit der Kommunen.
Weißbuch Innenstadt – Wirtschaft darf nur anklopfen
Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung hat nun mit dem „Weißbuch Innenstadt“ seine Vorstellung für eine wirtschaftlich erfolgreiche, sozial ausgerichtete und ökologische Innenstadtentwicklung vorgestellt. Die Ideen mit Überschriften wie „Marktplatz Stadt“, „Wohn- und Lebensraum Innenstadt“, „Mobilität und Innenstadt“, „Innenstadt als Ort der Integration“ und „Kreative Innenstadt: Kultur, Kunst, Erlebnis“ richten sich jedoch ausschließlich an Verwaltung und Politik der Städte und Gemeinden. Direkte Beteiligung von Unternehmen oder Bürgern – Fehlanzeige! Dabei lehrt gerade die Erfahrung mit „Stuttgart 21“, dass transparente Planungsprozesse und eine aktive Einbindung der Öffentlichkeit und Wirtschaft zwingend erforderlich sind.
Eine Möglichkeit für privat-öffentliche Kooperationen in der Stadtentwicklung bieten Business Improvement Districts (BIDs). Im „Weißbuch Innenstadt“ wird die Idee der BIDs, sich auf dem Wege der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Kommunen in Zeiten knapper Finanzausstattung um „innerstädtische Einzelhandels- und Dienstleistungsstandorte“ zu kümmern, möglicherweise verkannt. Auch werden Hauseigentümer und private Immobilienwirtschaft nicht in den Diskussionsprozess um den „Wohn- und Lebensraum Innenstadt“ einbezogen. Gleiches gilt für „Mobilität und Innenstadt“, wo lediglich der Fuß- und Fahrradverkehr als zukunftsweisende Verkehrsträger betrachtet werden - ohne Berücksichtigung von Straße, Schiene, Wasser oder Luft. Der Wirtschaftsverkehr bleibt sogar völlig außer Betracht.
Der DIHK fordert: cleaner, smarter, greener!
Für die Stadt der Zukunft ist …
1. … die Diskussion über die zukünftige Stadtentwicklungspolitik gemeinsam und auf Augenhöhe mit Bürgern und Wirtschaft partnerschaftlich zu gestalten.
2. … die Stadt als Standort für Dienstleistungen, Gewerbe, Handel, Handwerk, Industrie und Wohnen zu betrachten, die Dienste- und Infrastrukturangebote sind danach auszurichten.
3. … das soziale Infrastrukturangebot von Kindergärten, Schulen, Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen, Verkehr, Telekommunikation und das technische Infrastrukturangebot für Energie, neue Medien, Verkehr und Wasser gemeinsam mit Bürgern und Wirtschaft zu diskutieren, zu konzipieren und zu verwirklichen. Beispielgebend ist hier Freiburg: www.beteiligungshaushalt.freiburg.de.
4. … das Bedürfnis von Bürgern und Wirtschaft nach mehr Licht und Freiräumen ernst zu nehmen – cleaner und greener. Unternehmen finanzieren meistens die Weihnachtsbeleuchtungen und machen eigene Vorschläge für eine neue Marktplatzgestaltung, werden aber oft nicht in Stadtentwicklungsprozesse einbezogen.
5. … der Weg zu einer „Smart-City“ zu beschreiten und dazu mit Breitband, web 2.0 / social media zu einer offenen, transparenteren und effizienteren Organisation der Verwaltungsabläufe zu kommen.
Ansprechpartner: Tine Fuchs, DIHK Berlin, Telefon 030 / 20 308 2105
Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) e.V.
Breite Straße 29, 10178 Berlin

