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STANDORTPOLITIK

Staus kosten Wirtschaft Milliarden

IHKs: Ausbau des Straßennetzes muss höchste Priorität erhalten

Stuttgart, 2009-04-21. Der Wirtschaft in Baden-Württemberg entstanden 2008 durch Staus auf Bundesfernstraßen Kosten in Milliardenhöhe. Das ergab eine aktuelle Untersuchung baden-württembergischer Industrie- und Handelskammern. Unternehmen verlieren je nach Größenordnung und Branche bis zu 100.000 Euro pro Jahr, weil ihre Fahrzeuge im Stau stehen. Erhöhter Spritverbrauch, Umwegfahrten, geplatzte Termine, Arbeitskosten für Mitarbeiter, Einsatz zusätzlicher Fahrzeuge und nicht zuletzt Verlust von Kunden verursachen Kosten, die sich im Laufe eines Jahres summieren und die ein Unterneh­men zu tragen hat.

Bei der Beantwortung der Frage, wo die Fahrzeuge der Unternehmen im Stau stehen, werden durchweg die bekannten Engpässe auf Autobahnen und Bundesstraßen vor allem in Baden-Württemberg genannt: So z. B. die A 8 im Bereich Pforzheim und Stuttgart, die A 6 auf dem Abschnitt Bad Rappenau -Weinsberger Kreuz, die A 81 vom Weinsberger Kreuz bis zum Dreieck Leonberg und weiter im Bereich Sindelfingen/Böblingen sowie die A 5 in den Bereichen Heidelberg und Karlsruhe. Aber auch außerhalb des Landes stehen die Fahrzeuge auf immer denselben Strecken im Stau. Diese Engpässe im bundesdeutschen Straßennetz wurden unlängst vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einem Stauatlas dargestellt.

Besonders Baustellen auf Autobahnen und Bundesstraßen sind nach Ansicht der Unternehmen die größten Stauerzeuger. Baustellen dauern nach Meinung der Unternehmen viel zu lange. Es sollte daher alles getan werden, um die Bauzeiten deutlich zu verkürzen. Weiteres Ärgernis sind die oft unter den zuständigen Behörden unabgestimmten Baustellen, so dass es immer wieder vorkommt, dass auf Parallel- oder Ausweichstrecken zur selben Zeit gebaut wird.

Fazit der Staukostenanalyse ist, so die Industrie- und Handelskammern, dass der Staat jahrelang seine Aufgabe vernachlässigt hat, für eine leistungsfähige Infrastruktur zu sorgen. Dafür müssten die Unternehmen, die ohnehin schon über 50 Milliarden Euro im Jahr Mineralölsteuer, Ökosteuer, Kfz-Steuer und Autobahnmaut an den Staat bezahlen, nochmals teuer bezahlen.

Sorge bereitet den IHKs, dass mit Blick in die fernere Zukunft die Staus eher noch häufiger und länger werden: Angesichts eines in den nächsten 15 Jahren zu erwartenden hohen Verkehrswachstums im Güterverkehr auf der Straße werden sich noch mehr Engpässe auftun, selbst wenn Schiene und Binnenschiff künftig stärker Verkehrsleistungen übernehmen.

DOKUMENT-NR. 23133

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