. .
Illustration

IHK24

Carnet A.T.A. - Reisepass für neueste Schmuckkollektionen

Pforzheim, 2010-02-16. IHK Nordschwarzwald mit Carnets beim Bundesranking auf Platz 7 / VomNordschwarzwald zur Basler Messe / Bei Eidgenossen gelten andere Gesetze

Einmal im Jahr steigt der Adrenalin-Spiegel bei Kristina Reich besonders hoch. Dann stehen die Vorbereitungen für die BASELWORLD an. Doch es ist weniger die Sorge um die wertvollen Kollektionen, die das Familienunternehmen Erwin Reich seit Generationen beim größten Branchentreff der Schmuck-Hersteller präsentiert. Es ist vielmehr der enorme Aufwand, der hinter diesem Messebesuch steckt. Weil die Schweiz kein EU-Land ist, gelten bei den Eidgenossen ganz andere Gesetze.

Deshalb ist bei Bernd Schmidt und Sari Ulmer in diesen Tagen Hochkonjunktur. Von den knapp 1000 Carnets jährlich passieren allein in den letzten Wochen vor der BASELWORLD 2010 an die 400 den Schreibtisch der IHK-Fachberater International. Carnets sind eine Art „Reisepass” für Waren, wie zum Beispiel Messegüter oder Muster, die die Grenze passieren sollen. Da kommen bei einer Bearbeitungszeit von einer guten halben Stunde pro Carnet schon einige Tage und auch manch späte Stunde für das IHK-Team zusammen, wenn es kurz vor Messestart am 18. März nochmal schnell gehen muss.

Bundesweit platzierte sich die IHK Nordschwarzwald in 2009 unter 80 Industrie- und Handelskammern bei der Ausstellung von Carnets hinter München, Stuttgart, Köln, Berlin, Nürnberg, Hamburg auf Rang 7. Im letzten Jahr wurden bei der IHK Nordschwarzwald knapp 1000 Carnets mit einem Warenwert von 66 Millionen Euro ausgestellt.

Die akkurat ausgestellten Zollpapierscheinhefte sind gerade für Präsentationen bei den Eidgenossen ein absolutes Muss. Denn nur wenn alle 800 Schmuckstücke in den Koffern von Kristina Reich fein säuberlich fotografiert und in einem Bildband genauestens dokumentiert sind, garantieren die Zollbeamten auf beiden Seiten eine reibungslose Ein- und Ausreise. Die Zollämter in Pforzheim oder Horb überprüfen die Angaben auf ihre Richtigkeit. Erst wenn die Beamten den Warensendungen aus demNordschwarzwald ein Siegel erteilt haben, machen sich die Sicherheitstransporte auf den Weg nach Basel.

Von der Alternative, Bares zur Sicherheit am Zoll zu hinterlegen, machen Schmuck-Hersteller angesichts der Höhe von 20 Prozent des Warenwertes nur äußerst selten Gebrauch. In der Regel greifen sie lieber auf Carnets zurück, die dem Zoll als eine Art Bürgschaft seinen Anspruch auf Bezahlung der Einfuhrabgaben sichern. Das gilt übrigens auch für andere Branchen wie zum Beispiel den Maschinenbau oder die Verpackungsindustrie und grundsätzlich für alle dem Carnet-Verfahren angeschlossenen Länder, die nicht der EU angehören.

Seit elf Jahren reist Kristina Reich wie viele ihrer Kollegen zur BASELWORLD. „Man darf die Kosten und den Umsatz nicht in Relation zueinander setzen”, sagt die Betriebswirtin. Mancher Schmuck-Hersteller aus dem Nordschwarzwald habe für sich persönlich den Messebesuch schon in Frage gestellt, weil sich die Kosten zwischen 40.000 und 100.000 Euro belaufen. Doch vor allem die Hersteller wertvoller Uhren ziehen nach wie vor die „ganze Welt in ihren Bann”. Weshalb sich dem legendären Branchentreff eigentlich niemand entziehen kann: „Man muss trotz des enormen Aufwands einfach dabei gewesen sein!”

Bild lionks oben: Die neuesten Kreationen präsentiert Kristina Reich (Mitte) bei der BASELWORLD 2010. Sari Ulmer und Bernd Schmidt überprüfen das von der Firma ausgefüllte Carnet, damit das Familienunternehmen aus Pforzheim mit seinen Kollektionen zur Schmuckwarenmesse in die Schweiz einreisen darf.

Bild und Text: Werner Klein-Wiele

 
 

DOKUMENT-NR. 26244

  • ANSPRECHPARTNER

  • Telefon: +49 (7231) 20 11 29
  • Fax: +49 (7231) 20 14 11 29

Kontaktdaten speichern (V-Card)
  • Telefon: 07231 20 11 39
  • Fax: 07231 20 14 11 39

Kontaktdaten speichern (V-Card)
  • TOP 10 MEISTGELESEN

IHK Nordschwarzwald: Aktuelle Schlagzeilen und Pressemeldungen mehr

Regionale Tageszeitungen, Fachzeitschriften, Pressedienste, Zentralen der Nachrichten-Agenturen, Verlage & Werbeagenturen, auflagenstarke Tageszeitungen, bundesweite Tageszeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten u.v.m. mehr

Das Monatsmagazin der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (Herausgeber). Erscheinungsdatum der Printausgabe: Mitte jeden Monats; die Ausgaben Januar/Februar und Juli/August erscheinen als Doppelheft. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Yvonne Dast-Kunadt. Redaktion: Barbara Wascholowski. mehr

Wir informieren Sie per RSS-Feeds gern regelmäßig über Aktualisierungen unseres Online-Angebots. So bleiben Sie immer auf dem Laufenden, was die IHK Nordschwarzwald aktuell zu bieten hat. Egal ob Informationen über Gesetzesänderungen, Förderprogramme, Veranstaltungshinweise oder wirtschaftspolitische Statements: Ihnen entgeht nichts. mehr

28.11.2011.
Die IHK begrüßt das klare und positive Bürgervotum zum für Baden-Württemberg wichtigen Zukunftsprojekt Stuttgart 21. Die Auseinandersetzung mit den Fakten zu den Vor- und Nachteilen hat den Weg zu einer sachorientierten Entscheidung der Bürger geebnet. mehr

2010-03-05
Verbindliche Entwicklungsziele – verlässliche Rahmenbedingungen – mehr Partnerschaft für Investitionen – Konzentration auf das Machbare und eine schlanke Verwaltung – das sind Forderungen der Wirtschaft in Zeiten knapper Kassen als Grundlage für Zukunft in Pforzheim. mehr

Ausgabe des Magazins mit jeweiliger Angabe des vorgesehenen Schwerpunktthemas, des redaktionellen Monatsthemas und der Verlags-Sonderveröffentlichung. mehr

16.12.2011.
Mit der Übergabe einer Spende von 1.000 Euro durch IHK-Präsident Burkhard Thost unterstützt die IHK Nordschwarzwald das Jugendforschungszentrum Schwarzwald-Schönbuch e.V., um die Forschungsprojekte im kommenden Jahr zu fördern. mehr

23.01.2012.
Die von der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen Gerhard Allheit, Gerold Koch und Dr. Frank Schwieger haben zum 31. Dezember 2011 ihre Sachverständigentätigkeit altershalber beendet. mehr