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STANDORTPOLITIK

20 Jahre Deutsche Einheit

Am 3. Oktober 2010 begeht Deutschland den 20. Jahrestag seiner Wiedervereinigung. Rein wirtschaftlich gesehen machen die ostdeutschen und die westdeutschen Bundesländer sogar schon seit dem 1. Juli 1990 gemeinsame Sache. Damals trat die sogenannte Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in Kraft. Sie brachte den Ostdeutschen die D-Mark samt festgelegter Umtauschkurse, außerdem wurden die Volkseigenen Betriebe an die Treuhandanstalt übergeben und das westdeutsche Sozialversicherungssystem eingeführt. Der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl versprach den Bürgern Ostdeutschlands jene „blühenden Landschaften”, die heute so oft zitiert werden. Was ist daraus geworden?

Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

Köln, 2010-09-03. Im ersten Jahr nach der Wiedervereinigung erwirtschaftete Ostdeutschland je Einwohner gerechnet gerade einmal ein Drittel dessen, was Westdeutschland schaffte. Zwar boomte die gesamte deutsche Wirtschaft in dieser Zeit – unter anderem weil Transferzahlungen aus dem Westen den Ostdeutschen ermöglichten, aufgestaute Konsumwünsche zu befriedigen. Der Vereinigungsboom war jedoch vor allem ein Strohfeuer. Von 1997 bis 2000 ging es mit der ostdeutschen Wirtschaft nur noch sehr langsam voran. An Wachstumsraten wie in den asiatischen Schwellenländern war nicht zu denken. Danach lief es wieder etwas besser, und so ist die Wirtschaftsleistung je Einwohner inzwischen immerhin auf 70 Prozent des Westniveaus gestiegen. Den höchsten Wert erreichte zuletzt Sachsen. Ein Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf von 22.230 Euro dort entsprach 72 Prozent des westdeutschen und sogar 86 Prozent des schleswig-holsteinischen Niveaus. Ost-Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern hingegen erreicht lediglich zwei Drittel des Westwerts.

Ein Wermutstropfen bleibt dabei: Die Annäherung in der Wirtschaftskraft je Einwohner beruht nur zum Teil darauf, dass sich die ostdeutsche Wirtschaft in den vergangenen 20 Jahren zu neuen Höhen aufgeschwungen hat. Ein anderer Grund war der ausgeprägte Bevölkerungsschwund.

Die Arbeitslosigkeit blieb nach dem nahezu kompletten Zusammenbruch der sozialistischen Industrie zunächst hoch, ist aber in den vergangenen fünf Jahren stark zurückgegangen. Heute liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 12 Prozent – mit weiter sinkender Tendenz, während noch 2005 in einigen Ländern fast 19 Prozent der Erwerbsfähigen auf Arbeitssuche waren.

Seite 1: Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion

DOKUMENT-NR. 28160

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