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Zum Jahresanfang 2009 beging eines der wichtigsten und schwierigsten Projekte der Europäischen Union sein erstes bedeutsames Jubiläum: Der Euro wurde 10 Jahre alt – doch kaum jemand ist nach Feiern zu Mute. Denn es begann ein Jahr unter schlechten Vorzeichen: Die Finanzkrise hat auf die reale Wirtschaft übergegriffen.
Trotzdem kann man dem Euro gratulieren. Er macht seine Sache recht gut. Bislang haben also die Optimisten recht behalten. Zu Beginn zählten dazu vor allem die Südeuropäer, für die sich mit der Gemeinschaftswährung große wirtschaftliche Hoffnungen verbanden. Die Bundesbürger hingegen sahen der Euro-Einführung mit eher gemischten Gefühlen entgegen. Die zehnjährige Erfolgsgeschichte des europäischen Einheitsgeldes sollte es allen Skeptikern leichter machen, ein paar Bedenken über Bord zu werfen.
Neben dem US-Dollar ist der Euro heute die wichtigste Währung der Welt. An seinem ersten Handelstag, dem 04. Januar 1999, notierte der Euro bei 1,799 Dollar. In der darauffolgenden Zeit hatte der Euro eine schwierige Anlaufphase zu überbrücken, das bisherige Allzeittief erreichte die neue Währung am 26. Oktober 2000 mit 0,825 Dollar. Im neuen Jahrtausend ging es - mit Unterbrechungen – dann stetig bergauf bis zum bisherigen Tageshöchstkurs von 1,599 Dollar am 15. Juli 2008.
Seitdem ging es wieder etwas bergab – wohl auch, weil sich herauskristallisierte, dass die europäische Wirtschaft von der amerikanischen Finanzkrise stärker betroffen ist, als viele Wirtschaftsexperten anfangs dachten.
Aus der Sicht vieler Bürger ist die Geldentwertung weitaus wichtiger als der Außenwert einer Währung. Nach wie vor herrscht in Deutschland die verbreitete Meinung, der Euro sei in Wirklichkeit ein „Teuro”. Das Gefühl einer hohen Inflation hält sich hartnäckig, obwohl die Statistiken eine andere Sprache sprechen. Im Schnitt lag die Preissteigerung in den elf Euroländern der ersten Stunde sowie in Griechenland zwischen 1999 und 2007 bei 2,1 Prozent pro Jahr.
Damit überstieg die Geldentwertung zwar leicht das selbst gesetzte Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von „unter, aber nahe 2 Prozent”. Im Vergleich zu dem, was die nationalen Notenbanken bis dahin vorzuweisen hatten, waren die Euro-Banker jedoch äußerst erfolgreich. So hatten die zwölf Euroländer in den achziger Jahren eine durchschnittliche Inflationsrate von 7,5 Prozent im Jahr zu verbuchen. In den Siebzigern waren es sogar gut 9 Prozent.
Doch schon im Vorfeld der Euro-Einführung wurde ein viel stärkeres Augenmerk auf die Preisniveaustabilität gelegt. Eine niedrige Inflationsrate gehörte zu den vier sogenannten Maastrichtkriterien, jenen Bedingungen, die vor der Euro- Einführung erfüllt sein mussten.
Mit der Einführung des Euro als Buchgeld begann für die Geldpolitik eine neue Zeitrechnung: Die Aufgaben der Deutschen Bundesbank als Währungshüterin gingen damals auf das sogenannte Eurosystem über. Es besteht aus der Europäischen Zentralbank in Frankfurt am Main und den Notenbanken aller Länder, die den Euro eingeführt haben. Das heißt, die Bundesbank hat in Sachen Geldwertstabilität weiterhin ein Wörtchen mitzureden.
Die Euroländer der ersten Stunde waren Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Spanien, Portugal, Irland und Finnland. Zwei Jahr später führte Griechenland die neue Währung ein, 2007 dann Slowenien und 2008 Malta sowie Zypern. Als 16. Land ist am 1. Januar 2009 die Slowakei hinzugekommen.
Quelle: iwd
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