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STANDORTPOLITIK

Betriebskindergärten rechnen sich nicht nur für die großen Unternehmen

Wirtschaftsminister Ernst Pfister ruft Unternehmen auf, bei der Einrichtung von Betriebskindergärten noch aktiver zu werden

Betriebskindergärten rechnen sich nicht nur für große Unternehmen

Stuttgart, 2007-03-05. Betriebskindergärten stellen eine wichtige Säule der Kinderbetreuung dar, die zunehmend an Bedeutung gewinnt“, erklärte Wirtschaftsminister Ernst Pfister heute in Stuttgart und rief die Unternehmen auf, hier noch aktiver zu werden. Eine aktuelle Erhebung des Statistischen Landesamts ergab, dass die Zahl der Kindertageseinrichtungen, die überwiegend Plätze für Betriebsangehörige anbieten, zwar von 23 im Jahr 2002 auf 37 im Jahr 2006 gestiegen ist. Im Vergleich zu insgesamt 7661 Kinderbetreuungseinrichtungen im Land sei dies jedoch noch sehr wenig, so der Wirtschaftsminister. Erfasst wurden dabei alle Betriebskindergärten, die eine Erlaubnis vom Landesjugendamt besitzen.

Gute Kinderversorgung steigert die Motivation der Beschäftigten

Von den 37 haben zehn einen öffentlichen oder kirchlichen Träger, elf ein Wirtschaftsunternehmen und 16 eine „sonstige juristische Person des öffentlichen Rechts“ als Träger. „Erfreulicherweise entscheiden sich nicht nur Großunternehmen, einen eigenen Betriebskindergarten zu betreiben“, so Ernst Pfister. Denn die Investition rechne sich für die Unternehmen, unabhängig von der Betriebsgröße: Die Motivation der Beschäftigten sei sehr hoch, wenn sie ihre Kinder gut versorgt und betreut wissen. Die vorteilhaften Arbeitsbedingungen würden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer langfristig an ein Unternehmen binden und die Leistungsbereitschaft steigern. Dies wiege die Kosten auf. Zudem bedeute es einen Imagegewinn für Unternehmen, wenn es einen eigenen Kindergarten mit geschultem Personal anbiete.

Der Wirtschaftsminister verwies auf einen Leitfaden „Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung“, den das Wirtschaftsministerium bereits im September 2005 herausgegeben hat. Er bietet Hilfestellung bei der Einrichtung eines Betriebskindergartens, indem er über die notwendigen Rahmenbedingungen informiert und Anregungen und praktische Hinweise gibt.

Unternehmen entdecken familienorientierte Personalpolitik

Ernst Pfister hob hervor, dass immer mehr Unternehmen eine familienorientierte Personalpolitik betreiben und Eltern während der Familienphase unterstützen. Dazu gehören flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitsformen, Teilzeitangebote und die flexible Gestaltung der Elternzeit. Dennoch ist für berufstätige Eltern oftmals eine regelmäßige Kinderbetreuung unverzichtbar. Dabei sind die Angebote einer betrieblichen Unterstützung bei der Kinderbetreuung von der jeweiligen Situation im Unternehmen abhängig. Neben der Einrichtung eigener Betriebskindergärten gibt es auch andere Modelle, die von der Erhebung des Statistischen Landesamtes nicht erfasst sind. So gewähren manche Betriebe Zuschüsse für die Kinderbetreuung an die Beschäftigten, die unter bestimmten Voraussetzungen steuer- und abgabenfrei sind. Andere finanzieren Tagesmütter oder Belegplätze in Kindergärten anderer freier oder öffentlicher Träger.

Familiengerechte Rahmenbedingungen in der Arbeitswelt werden für die Wirtschaft immer wichtiger und sind ein wesentliches Element für die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg“, so der Wirtschaftsminister.

Ihre Ansprechpartnerin bei Rückfragen:

Christine Baisch
Pressereferentin im Wirtschaftsministerium
Tel.: 0711/123-2768
E-Mail: christine.baisch@wm.bwl.de

DOKUMENT-NR. 16721

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