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Plädoyer der Wirtschaft zur Reform der Rundfunkgebühren
Einfach und gerecht statt unausgewogen - und keinesfalls
teurer!
Berlin, 2010-09-16. Gerecht, unbürokratisch und keinesfalls
teurer - das sind die Anforderungen der Wirtschaft an das neue
Rundfunkfinanzierungsmodell, das ab 2013 eingeführt werden
soll.
Nach den bisher vorliegenden Plänen würde die Wirtschaft durch das
neue Finanzierungsmodell künftig schätzungsweise 800 Mio. Euro pro
Jahr zahlen müssen statt wie bisher ca. 450 Mio. Euro - das wäre
nahezu eine Verdoppelung. Dies kann und darf keinesfalls Ergebnis
dieser Rundfunkfinanzierungsreform sein! Zumindest erwartet die
Wirtschaft eine Deckelung ihres Finanzierungsbeitrags auf heutigem
Niveau. Selbst das ist eigentlich nicht sachgerecht, weil jeder
Privathaushalt ohnehin schon einen Rundfunkbeitrag bezahlen
muss.
Der von den Ländern vorgesehene Betriebsstättenansatz ist aus Sicht
der Wirtschaft zudem unausgewogen. Er benachteiligt vor allem
kleine gegenüber großen Unternehmen und belastet diese
überproportional. Benachteiligt werden zudem Filialunternehmen.
Diese werden gegenüber gleich großen Unternehmen mit nur einem
Standort schlechter gestellt. In Einzelfällen würde der
Betriebsstättenansatz zum Anstieg des Beitrags von mehreren Tausend
Prozent führen.
Zudem weist das neue Finanzierungsmodell an mehreren Stellen
systematische Brüche auf und ist nicht konsequent geräteunabhängig.
Mit einem Beitrag muss künftig die gesamte Rundfunknutzung
abgegolten sein – Autoradios in Firmenfahrzeugen und Empfangsgeräte
in Hotelzimmern dürfen nicht noch zusätzlich zu Privathaushalten
und Unternehmen herangezogen. werden.
Die mit der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
verbundene Belastung muss auch im Hinblick auf die Unternehmen
gerecht verteilt werden. Das ist weder mit dem vorgesehenen
Betriebsstättenansatz noch mit der geräteabhängigen Belastung von
Hotelzimmern und nicht-privaten Kraftfahrzeugen möglich. Die
Wirtschaft fordert ein konsistentes System, das außerordentliche
Belastungen und Verwerfungen beseitigt. Nur so kann das neue
Beitragsmodell die unabdingbare Akzeptanz finden. Durch ein
ausdrückliches Moratorium im neuen Staatsvertrag muss zudem
sichergestellt werden, dass der Finanzierungsbeitrag der Wirtschaft
nicht über das bisherige Niveau hinaus ansteigt.
Quelle: DIHK
Unsere Stellungnahmen zu aktuellen Themen. Die soziale Marktwirtschaft ist die Grundlage unserer wirtschaftlichen Stärke und unseres Wohlstandes. Überbordende Regulierung und ausufernde Bürokratie sind gravierende Standortnachteile. Eingriffe in den Markt erfordern Augenmaß. mehr
© Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald (IHK), Sitz: Pforzheim.
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen.
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