Verkehrspolitik

Allianz fordert Ausbau der Schienen­strecke Karlsruhe - Stuttgart

Residenzbahn ein Schritt zum reibungslosen Verkehr

Sehr lange Fahrzeiten, ewig auf den Anschlusszug warten, der Zug kommt nur stockend und sehr langsam vorwärts. Diese Probleme kennt mit Sicherheit jeder, der sich schon ab und an mal in den InterCity-Zug zwischen Karlsruhe und Stuttgart gesetzt hat. Die Residenzbahnstrecke ist als Fernverkehrsstrecke Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes, ein schneller und reibungsloser Verkehr sollte daher selbstverständlich sein.

Allianz beschließt Acht-Punkte-Plan

Um die problematische Schienenverbindung zu verbessern und kürzere Reisezeiten ermöglichen zu können, hat sich Anfang April auf Initiative des Regionalverbands eine Allianz gegründet, in der auch die IHK Nordschwarzwald mitwirkt. Hierbei wurden acht Punkte zur Verbesserung und Ausbau der Strecke, Karlsruhe-Pforzheim-Mühlacker-Vaihingen/Enz, beschlossen. Angesetzte Ziele sind zum Beispiel eine maximale Fahrzeit von 50 Minuten für IC- und IRE-Züge auf der Strecke von Karlsruhe nach Stuttgart zu erreichen. Außerdem soll die Langsamfahrstrecke bei Pfinztal-Kleinsteinbach beseitigt werden und es soll geprüft werden, Neigetechnikzüge zur Erreichung geringerer Fahrzeiten einzusetzen.

Wieso das Thema für uns wichtig ist?

Eine leistungsfähige attraktive Einbindung in das deutsche Fernverkehrsnetz ist für eine starke Wirtschaftsregion und das Oberzentrum Pforzheim ein wichtiger Standortfaktor. Pforzheim und Mühlacker liegen auf der zentralen Landesentwicklungsachse zwischen dem Rheintal und der Mittleren Neckarregion. Die Schienen- und Verkehrsinfrastruktur muss diesen Anforderungen auch gerecht werden. Der 8-Punkte Plan ist ein wichtiger Apell an den Bund, als Eigentümer der Strecke.

Abschlusserklärung nach erstem Strategiegespräch am 3. April

Die Mitglieder der „Allianz Residenzbahn“ sprechen sich ausdrücklich für einen zügigen Baubeginn aus und bekräftigen vollumfänglich die folgenden 8 Positionen, Ziele und Kernforderungen zum Ausbau der Schienen-strecke Karlsruhe – Pforzheim – Mühlacker – Vaihingen/Enz:

Der Acht-Punkte-Plan: Positionen - Ziele - Kernforderungen

  1. Die Residenzbahn ist eine Fernverkehrsstrecke und Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes, die das Oberzentrum Pforzheim und die gesamte Region Nordschwarzwald in das Fernverkehrsnetz einbindet; dazu sind auch Fernverkehrsverbindungen über Stuttgart hinaus beizubehalten und auszubauen.
  2. Der bereits seit 1988 geforderte Ausbau zur Ertüchtigung und Beschleunigung der Strecke ist nach wie vor berechtigt. Ziel ist, für die IC- und IRE-Züge eine maximale Fahrzeit von 50 Minuten zwischen Karls-ruhe und Stuttgart unter Beibehaltung aller Halte in Pforzheim, Mühlacker und Vaihingen/Enz sowie stündlicher IRE-Züge in Remchingen zu erreichen.
  3. Dies soll gewährleisten, dass die Anschlüsse in Karlsruhe und Stuttgart an den weiterführenden Fernverkehr für Reisende aus der Region Nordschwarzwald künftig stabil und zuverlässig erreicht werden können.
  4. Als vorrangiger erster Schritt ist die Beseitigung der seit 2006 bestehenden Langsamfahrstelle bei Pfinztal-Kleinsteinbach ohne weiteren Zeitverzug vorzusehen
  5. Der weitere geschwindigkeitserhöhende Ausbau der Residenzbahn als Fernverkehrsstrecke und Teil des transeuropäischen Eisenbahnnetzes ist eine Aufgabe des Bundes.
  6. Daher soll beim Bund eine erneute Antragstellung zur Aufnahme des Ausbauprojektes in das Schienenwegeausbaugesetz (BSWAG) erfolgen. Dazu ist eine enge Abstimmung mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg vorgesehen. Ein Gespräch hierzu findet am 20. April in Stuttgart statt.
  7. Die DB Netz AG ist als wichtiger Partner der „Allianz“ bei den weiteren strategischen Überlegungen zur Erreichung der Ziele einbezogen.
  8. Die Option eines Einsatzes von Neigetechnikzügen zur Erreichung noch geringerer Fahrzeiten soll nicht von vorneherein ausgeschlossen werden.

Die Partner

Die "Allianz Residenzbahn" ist ein strategischer Zusammenschluss zwischen dem Regionalverband Nordschwarzwald, dem Landkreis Enzkreis, den Städten Pforzheim und Mühlacker, Gemeinden, den Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie weiteren Partnern wie dem Regionalverband Mittlerer Oberrhein in Karlsruhe, der IHK und dem VCD, die sich mit dem Ziel der Förderung des Ausbaus und der Beschleunigung der Schienenstrecke Karlsruhe – Pforzheim – Mühlacker – Vaihingen/Enz im Sinne der Vereinbarung der Raumschaft mit der Deutschen Bundesbahn von 1988 zusammengeschlossen haben. Die Geschäftsstelle der „Allianz“ ist beim Regionalverband Nordschwarzwald.